Sind wir mal ehrlich, wir alle kennen das: Ihr wollt morgens in Darmstadt noch flott eure Straßenbahn zur Hochschule oder TU erwischen – da fährt sie euch auch schon ganz dreist vor der Nase weg. Zwei Optionen habt ihr: Warten oder sprinten. Ihr kommt also entweder viel zu spät – oder zumindest halbwegs pünktlich, dafür aber ordentlich verschwitzt – an der Uni an. Wisst ihr was? Beim Fahrradfahren in Darmstadt wäre euch das nicht passiert!

Obwohl Münster den Titel als Fahrradhauptstadt Deutschlands für sich reklamiert hat, sind auch in Darmstadt erstaunlich viele Fahrrad-Enthusiasten zu sehen. Egal, wo man sich in der im belebten Rhein-Main-Gebiet gelegenen Stadt auch umsieht – überall sind Fahrradfahrer zu entdecken. Woran das liegt? Vermutlich an der hohen Anzahl an Studierenden, die in Darmstadt wohnen: Über 40.000 sind an den drei Hochschulen Darmstadts eingeschrieben. Während viele von Ihnen täglich aus dem weitläufigen Einzugsgebiet nach Darmstadt pendeln, wohnt ein Großteil direkt in der Stadt und Umgebung. Und obwohl der ÖPNV eigentlich sehr gut ausgebaut ist und neben Bus und Bahn auch mehrere Straßenbahnlinien bietet, satteln viele Studierende in Darmstadt lieber auf das Fahrrad um.

Beim Fahrrad fahren in Darmstadt ist man eben flexibler als beim Pendeln mit Bus und Bahn. Das lästige Warten an Haltestellen fällt weg, auch die lästigen Mitfahrer muss man nicht mehr ertragen. Das Semesterticket kann getrost zuhause in der Schublade vergessen werden – und somit gibt es auch keinen Ärger wegen angeblicher Schwarzfahrerei mehr. Die einzige Angst, die man in Darmstadt um sein Fahrrad haben muss – dass es geklaut wird. Ein guter Tipp: Fahrradcodierungen! Sollte das Fahrrad in Darmstadt wirklich morgens nicht mehr am Laternenpfahl angekettet sein, kann die Polizei das zweirädrige Gefährt im besten Fall wieder auffinden und dem rechtmäßigen Besitzer zuordnen. Und für die Zwischenzeit kann man sich in einem der zahlreichen Fahrradläden Darmstadts einfach ein gebrauchtes Fahrrad für wenig Geld besorgen.

Noch ein weiteres Verkehrsmittel neben dem ÖPNV kann das Fahrrad in Darmstadt locker ausstechen: Das Auto! Als Studierender verfügt man ohnehin nicht über die finanziellen Mitteln eines Normalverdieners. Vielmehr gilt es, das Bafög oder die monetäre Unterstützung der Eltern clever einzuteilen, sodass man am Ende des Monats wenigstens gerade so auf Null herauskommt. Ein eigenes Auto ist für viele in Darmstadt deshalb undenkbar. Auch wenn es Gebrauchtwagen schon zu relativ günstigen Preisen zu erwerben gibt, bleibt es nicht bei den reinen Anschaffungskosten: Neben Versicherung und Steuern muss das Auto auch getankt und in Schuss gehalten werden. Das rechnet sich in einer größeren Stadt wie Darmstadt, in dem fast alles fußläufig oder mit dem Fahrrad zu erreichen ist, nicht. Außerdem ist Fahrradfahren in Darmstadt wesentlich umweltfreundlicher als ein luftverschmutzendes Auto.

Auch die Parkplatznot (neben der Wohnungsnot ein sehr ernstzunehmendes Problem in Darmstadt) mindert den Spaß an einem eigenen Kraftfahrzeug erheblich. Ein Fahrrad kann hingegen über Nacht problemlos in Keller, Garage, an der Fahrradstation Darmstadt oder notfalls sogar im Hausflur aufbewahrt werden. Das Auto hingegen ist sämtlichen Naturgewalten sowie  Vandalismus  ausgeliefert – und kassiert ab und zu auch mal einen Strafzettel. Aus diesem Grund ist Fahrrad fahren in Darmstadt wesentlich angenehmer und rentabler als ein eigenes Auto. Und als der ÖPNV – sind wir mal ehrlich – sowieso.